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Lösungsansätze für eine nachhaltigere Parkraumgestaltung



Panorama aerial view of apartment garage with full of covered parking, cars and green trees of multi-floor residential buildings in Houston, Texas, US. Urban infrastructure, transportation concept


Der städtische Verkehr ist für die Stadtplanung und -entwicklung eine große Herausforderung – sogar dann, wenn er stillsteht. Das gilt zum Beispiel auch für nachhaltige Aspekte, die beim Parkraummanagement eine immer größere Rolle spielen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie kann nachhaltiger, zukunftsfähiger Parkraum aussehen?

Parkraum nachhaltig gestalten – wie geht das?



The car is neatly parked in the open parking.

Die Suche nach dem Parkraum

Parkplatzsuche – eine Belastung für Mensch und Umwelt

Rund 41 Stunden verbringen Deutsche im Durchschnitt jährlich damit, einen Parkplatz zu finden. Bei jedem Versuch brauchen sie etwa zehn Minuten. Damit verursachen sie laut ADAC etwa 30 bis 40 Prozent des innerstädtischen Gesamtverkehrs und legen 4,5 km zurück.

Paradox ist dabei: Für die etwa 65 Millionen registrierten Fahrzeuge (das umfasst Pkw, Lkw und Anhänger) sind in Deutschland nach Angaben des ADAC 160 Millionen Stellplätze vorhanden. Nach Schätzungen ist dieser Parkraum selbst zu Spitzenzeiten nur zu 70 Prozent ausgelastet.

Für die Städte und Kommunen sollten das genügend Gründe sein, um ihrerseits auf die Suche zu gehen – nach Parkraum, der sich effizienter nutzen lässt. Und der dadurch eine spürbare Entlastung für Autofahrer, Infrastruktur und die Umwelt leisten kann. Denn allein beim CO2-Ausstoß könnte weniger Parksuchverkehr dazu beitragen, jährlich bis zu 900.000 Tonnen CO2 einzusparen.


Parkzone und Halteverbot / Ladezone

Verschiedene Lösungsansätze für bessere Parkplatznutzung

Intelligente Lösungen für das Parkraummanagement greifen noch nicht

Die Bedeutung des städtischen Parkraummanagements wächst zusehends. Denn es soll Antworten liefern, mit denen sich urbane Mobilität, Lebensqualität sowie Umwelt- und Klimaschutz verbessern lassen.

Städte müssen erst grundsätzliche Fragen klären

Dabei sind die Aufgaben, die Städten und Kommunen im Rahmen des Parkraummanagements zu erfüllen haben, durchaus komplex. Stellplatzverordnungen knüpfen Baugenehmigungen an eine ausreichende Zahl von Parkplätzen – der Platz dafür ist vielerorts aber nicht vorhanden. Tiefgaragen wiederum lassen sich in manchen Fällen aus baulichen und statischen Gründen nicht realisieren.

Das Einrichten von Anwohnerparkplätzen ist ebenfalls nur dann eine Lösung, wenn sie in der erforderlichen Anzahl vorhanden sind. Prinzipiell müssen die Städte klären, wie sie mit Dauer- und Langzeitparkern im öffentlichen Raum umgehen wollen.


Many cars are parked in automatic multi level open space car parking lot
Bevor es um konkrete Lösungen geht, steht in vielen Städten nach wie vor die Frage im Raum: Wie soll das Parkraummanagement überhaupt aussehen, welche Ziele stehen im Vordergrund und welche Mittel sind dazu am besten geeignet?

Smarte Parkraumlösungen stehen noch am Anfang

Als wichtiger Ansatz für eine Entlastung des Parkverkehrs und ein vereinfachtes Parkraummanagement gelten smarte Technologien. Sie versprechen effiziente Lösungen in vielen Bereichen. Durch ein intelligentes Zufahrtsmanagement können festgelegte städtische Räume für Teile des Verkehrs gesperrt werden, automatisierte Parkhäuser sorgen für platzsparendes Parken und Apps helfen dabei, schneller einen freien Stellplatz zu finden. Vor allem die Angebote für die App-gestützte Parkplatzsuche befinden sich jedoch meist noch in Pilotphasen-

Allerdings tragen Stellplatzverordnungen, Parkraum- und Zufahrtsmanagement etc. kaum dazu bei, das Mobilitätsverhalten zu ändern. Dabei würde diese Verhaltensänderung sowohl zu einer entspannteren Verkehrslage als auch zu einer geringeren Umweltbelastung beitragen.

Ein wichtiger Baustein in Klima- und Umweltbelangen ist außerdem die Art und Weise, wie Parkflächen gestaltet werden. In diesem Bereich gewinnen nachhaltige Konzepte zunehmend an Bedeutung. Effizienteres Parkraummanagement heißt eben auch, Ressourcen zu schonen.


Was macht Parkraum nachhaltig?

Voraussetzungen für die Gestaltung nachhaltiger Parkräume

Wenn es um die Nachhaltigkeit von Parkhäusern und Parkplätzen geht, muss zudem deren Gestaltung berücksichtigt werden. Das betrifft verschiedene Aspekte, vom Flächenverbrauch über die energetische Optimierung bis hin zur Reduzierung von Emissionen. Zukunftsfähiger Parkraum, so die Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB), muss sich heute schon neuen Anforderungen stellen.

Um diese beispielsweise bei der Planung, Umsetzung und Bewertung von Parkhäusern ausreichend zu berücksichtigen, liefert die DGNB ein Zertifizierungssystem. Es ist auf neugebaute offene und geschlossene Parkhäuser anwendbar.

Mehrzweck- statt Parkhaus: Nachhaltig durch zusätzliche Nutzungen

Am Standort Stuttgart haben das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und verschiedene Projektpartner bereits 2017 an möglichen Lösungen für eine effizientere Nutzung von Parkhäusern gearbeitet. Ziel des Projekts „Park_up“ war es, eine bessere Auslastung zu erreichen, um Leerstand zu vermeiden.

Eine eigens entwickelte App sollte freie Stellplätze anzeigen und eine flexiblere Preisgestaltung ermöglichen. Parkplätze konnten so günstiger angeboten werden als zum regulären Tarif – ein zusätzlicher Anreiz für die Autofahrer.

Alternative Nutzungen zu Zeiten mit schwacher Auslastung sollten durch die Umwandlung von freien Parkflächen in „Logistik-Hubs“ ermöglicht werden. Logistikunternehmen konnten dadurch Flächen für die Zwischenlagerung von Waren gewinnen, um diese über nachhaltige Zustellwege (etwa mit E-Lastenrädern) weiter zu verteilen.

Merkmale von nachhaltigen Parkhäusern

Für die Zertifizierung müssen die betreffenden Gebäude eine Reihe von Merkmalen aufweisen. Dazu gehören:

  • die Vernetzung des Parkhauses mit einem Angebot umweltverträglicher Verkehrsträger, also dem ÖPNV, Stationen für Leihfahrräder oder Park & Ride-Lösungen;
  • die Förderung von Angeboten für eine nachhaltige Mobilität, etwa E-Ladestationen;
  • der Verzicht auf umwelt- und gesundheitsschädliche Baustoffe sowie Rückbaufreundlichkeit;
  • ein geringer CO2-Abdruck;
  • der Einsatz energieeffizienter Technologien;
  • geringe Betriebskosten;
  • ergänzende Angebote für das Quartier, beispielsweise Spielplätze, Restaurants und ähnliche Einrichtungen auf dem Dach oder im Erdgeschoss.

Die Kriterien der DGNB sind sowohl für die Beurteilung als auch für die Planung von Parkhäusern gedacht. Sie sollen Bauherren, Investoren und anderen Organisationen helfen, indem sie unter anderem für mehr Planungssicherheit, klarere Zieldefinitionen und eine detaillierte Gebäudedokumentation sorgen.

Darüber hinaus erlaubt der Kriterienkatalog, schon in der Planungsphase besser zu analysieren, wo sich im späteren Betrieb Kosten und Ressourcen einsparen lassen. All das soll dazu beitragen, eine langfristige Nutzbarkeit der Parkhäuser zu gewährleisten.


moderner Pkw-Parkplatz, Luftaufnahme

Vom Belag bis zum Unterhalt: Nachhaltige Parkplatzgestaltung

Wie Großparkplätze nachhaltiger werden können

Parkplätze für den Einzelhandel, für Gewerbe oder für Eventeinrichtungen sind in der Regel für Spitzenauslastungen konzipiert. Bei der Schaffung der dazu ausreichenden Anzahl an Stellplätzen werden entsprechend große Flächen versiegelt.

Um die daraus resultierenden Effekte – Wegfall von Sickerflächen für Regenwasser, Entstehen von Wärmeinseln etc. – zu minimieren, sollten Parkplätze so nachhaltig wie möglich gestaltet werden. Realisieren lassen sich nachhaltigere Maßnahmen in verschiedenen Bereichen.

Belagsflächen

Als Belag für Parkplätze werden zumeist Asphalt und Verbundsteine verwendet. Dabei handelt es sich um vergleichsweise günstige Materialien, die sich ohne großen Aufwand nutzen lassen und die für die Belastung durch Kraftfahrzeuge die notwendige Stabilität mitbringen. Sie sorgen allerdings auch für einen hohen Versiegelungsgrad, vor allem bei einer großflächigen Verwendung. Daneben spielen weitere Eigenschaften der Beläge eine Rolle.

Alternative Beläge

Offene Beläge wie Rasenfugenpflaster, Rasengittersteine, Kunststoffwaben, Kies- und Splittflächen, Schotterrasen oder wassergebundene Decken versiegeln die Oberfläche weniger stark. Dadurch kann Regenwasser flächig versickern.

Farbe der Beläge

Dunkle Flächen heizen sich in höherem Maße auf als helle, was besonders im Sommer problematisch werden kann. Die sogenannte Schwarzdecke ist bei starker Sonneneinstrahlung eher nachteilig, weil sie auch zu einer Erwärmung der Umgebung beiträgt. Dadurch verschlechtern sich das Kleinklima sowie die Bedingungen für eine mögliche Bepflanzung.
Besser sind in dieser Hinsicht Betonsteinbeläge oder offene Beläge. Letztere haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Verdunstung begünstigen und damit die Umgebung abkühlen.

Versickerungseinrichtungen

Bepflanzte Mulden, Retentionsbecken und Rigolen lassen Niederschlagswasser unmittelbar am Parkplatz versickern, so dass keine aufwändigen Abflusssysteme notwendig werden. Besonders Versickerungsmulden eignen sich außerdem sehr gut für eine Begrünung – entweder durch Aussaat oder durch Staudenbepflanzung.
Für das Mikroklima ist das ebenso förderlich wie für die Artenvielfalt. Die Begrünung ist damit ein einfaches Mittel, um den ökologischen Wert eines Parkplatzes zu erhöhen.

Planung, Beschilderung und Wegführung

Grünflächen auf Parkplätzen werden gerne als „Abkürzungen“ genutzt, etwa um die Einkaufswagen vor dem Supermarkt schneller zu erreichen. Für Pflanzflächen und Baumscheiben ist das ein großer Nachteil, weil dadurch der Boden nachträglich verdichtet wird. Dieser kann dann schlechter Niederschlagswasser aufnehmen, während zugleich die Versorgung der Pflanzen mit Wasser eingeschränkt wird.
Komfortable Wege mit klarer Beschilderung sind deshalb ein wichtiger Faktor, um die Begrünung zu schützen. Sie sollten daher schon in der Planung eines Parkplatzes ausreichend berücksichtigt werden.





Empty space in city park outdoor concrete parking lot area with blue sky in summer season. Green nature gardening in car parking lot. Friendly environmental and transportation concept.

Pflanzflächen

Bei der Planung und Realisierung von Parkplätzen spielen Pflanzen nicht nur für die Optimierung von Versickerungsflächen eine Rolle. Bäume, Heckenpflanzen und andere Begrünungen übernehmen unterschiedliche Funktionen, die sowohl unter nachhaltigen Gesichtspunkten als auch im Hinblick auf den Komfort für deutliche Verbesserungen sorgen.



Baumpflanzungen

In urbanen, dicht bebauten Umgebungen sind Baumbestände umso wichtiger – für das Mikroklima, für die Luftqualität, für Artenvielfalt und für das Wohlbefinden der Menschen. Auch auf Parkplatzflächen erweisen sich Baumbestände als multifunktional, sie sollen hier vor allem zwei Aufgaben erfüllen:

  • In den Sommermonaten dienen sie als natürliche Beschattung und tragen unter anderem dazu bei, dass sich die Fahrzeuge durch die Sonneneinstrahlung nicht zu stark erhitzen.
  • Sie können als verbindendes Element zur Umgebung eingesetzt werden, wodurch sie gleichzeitig die Fläche des Parkplatzes besser gliedern.

Hinzu kommt die generell positive Wirkung, die Bäume auf ihr Umfeld haben.

Einsatz von Hecken

Ähnlich wie Bäume eignen sich Heckenpflanzen hervorragend dazu, um Flächen zu gliedern. Sie fügen beispielsweise flachen, großflächigen Parkplätzen auflockernde vertikale Elemente bei. Dabei bieten sie dieselben ökologischen Vorteile wie Baumpflanzungen hinsichtlich klimatischer Verbesserungen, Biodiversität etc.

Für den Einsatz von Hecken auf Parkplätzen braucht es jedoch vorausschauende Planung: Freiwachsende Hecken beanspruchen mehr Fläche, Schnitthecken bedeuten einen größeren Pflegeaufwand. Außerdem dürfen wichtige Sichtbeziehungen nicht gestört werden, weil ansonsten die sichere Nutzung des Parkplatzes beeinträchtigt wird. Begrünte Zaun- und Rankelemente lassen sich zumindest beim Wuchs besser „steuern“, bei geringerer pflegerischer Intensität. Der Sicherheitsaspekt muss jedoch auch hier unbedingt berücksichtigt werden.

Pflanzenauswahl

Urbane Umgebungen bleiben für Bäume selbst nach einer fachgerechten Standortvorbereitung kein natürliches Umfeld. Die Bedingungen der umliegenden Bebauung und Infrastruktur wirken sich immer auf die Baumbestände aus und lassen viele Arten zum Beispiel frühzeitig altern.

Bei der Parkplatzgestaltung bedeutet Nachhaltigkeit durch Baumpflanzungen aber, dass diese langfristig erhalten werden können. Die Bäume immer wieder erneuern zu müssen, ist nicht in diesem Sinne. Widerstandsfähigkeit (gegen Hitzeabstrahlung, verdichtete Böden etc.) ist deshalb ein zentraler Faktor bei der Pflanzenauswahl.

Andere hingegen liegen eher im Bereich der Verkehrssicherheit der Parkplätze. Hierzu zählen etwa Größe, Qualität, Fruchtfall, Honigtau und andere. Im Hinblick auf die Baumkontrolle und -versorgung sollten diese Aspekte bereits bei der Auswahl der Pflanzen berücksichtigt werden. Es gibt jedoch Empfehlungen für Stadtbäume – vor allem die GALK Straßenbaumliste (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz e.V.) ist in dieser Hinsicht hilfreich.

Standortvorbereitung

Für Bäume sind die Bedingungen in Städten in der Regel nicht optimal, der Umgang mit städtischen Baumbeständen erfordert deshalb große Sorgfalt. Nicht anders verhält es sich mit Neupflanzungen, für die eine umfassende Standortvorbereitung unerlässlich ist.

Das betrifft zunächst die ausreichende Größe der Pflanzgruben, damit genügend Raum für eine gesunde Entwicklung der Wurzeln vorhanden ist und damit für ein gesundes Wachstum der Bäume. Der hierfür benötigte Platz sollte ebenso bereits in der Planung berücksichtigt werden, wie mögliche „Konfliktpotenziale“ zwischen Bäumen und Infrastruktur – etwa durch beschädigte Versorgungsleitungen oder aufgebrochene Oberflächenbeläge, wenn die Wurzeln zu stark ausgreifen.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sowohl die Pflanzgruben als auch die Baumscheiben ausreichend groß einzuplanen. Wie letztere gestaltet werden, hat ebenfalls großen Einfluss auf die Entwicklung der Bäume. In bebauten Umgebungen mit weitgehend versiegelten Oberflächen sind die Baumscheiben häufig die einzige Versickerungsfläche.

Für Stadtbäume ist das nicht nur wegen der Verfügbarkeit von Wasser essenziell, sondern genauso wegen der Sauerstoffversorgung. Mineralische Beläge oder Baumroste verhindern, dass Fahrzeuge oder Fußgänger den Boden rund um den Stammansatz verdichten.

Pflanzsubstrate und Böden

Ergänzend zu den Pflanzgruben haben Baumpflanzsubstrate einen erheblichen Anteil daran, dass die gepflanzten Bäume selbst in einer ansonsten stark bebauten Umgebung gut wachsen können. Vor allem die Fähigkeit, Wasser zu speichern, ist wichtig. Denn sie trägt nicht nur zur besseren Versorgung der Bäume bei, sondern verringert zudem den Aufwand beim Bewässern.

Bei der Auswahl der Substrate ist außerdem darauf zu achten, dass diese im Bereich der Stellplätze oder Zufahrten nicht zu stark verdichtet werden. Das ist ein gängiges Problem bei Stadtbäumen, was eine gesunde Entwicklung beeinträchtigt.

Ähnliche Eigenschaften sollte der eingebrachte Boden vorweisen. Neben seiner Wasserhaltefähigkeit kommt es auf gute Durchlässigkeit an, damit neben Wasser auch Sauerstoff und Nährstoffe den Wurzelbereich gut erreichen.

Baumschutz

Der Schutz von Baumanpflanzungen – nicht nur in städtischen Umgebungen – beginnt mit dem Stabilisieren der jungen Bäume. Damit diese nicht umstürzen, bevor sie ausreichend am Standtort verwurzelt sind, kommen üblicherweise Pfahlgerüste zum Einsatz.

In Verkehrsräumen besteht für Bäume außerdem immer die Gefahr, durch Fahrzeuge beschädigt zu werden. Das fängt mit dem Überfahren von oder Parken auf Baumscheiben an, wodurch der Boden stark verdichtet wird. Hinzu kommen direkte Anstöße. Je nach Standort und Parkplatzgestaltung sind Maßnahmen zum Baumschutz daher unverzichtbar. Vorrichtungen zum Anfahrschutz sind in diesen Fällen gute Lösungen.





Solar cell on roof at car park.

Technische Ausstattung

Die (technische) Ausstattung eines Parkplatzes umfasst sämtliche Vorrichtungen von der Beleuchtung bis zum Abfallbehälter. Im Hinblick auf eine nachhaltigere Gestaltung gibt es in diesem Bereich verschiedene Ansatzmöglichkeiten. Das schließt unter anderem ein, vorhandene Aufbauten (etwa Unterstände für Fahrräder, Einkaufswagen etc.) für zusätzliche Begrünungen und/oder die Energieerzeugung mittels Solaranlagen zu nutzen.



Beleuchtung

Lichtquellen müssen wenigstens zwei grundsätzliche Anforderungen erfüllen, um zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen:

  • Die Beleuchtungsstärke muss zwar den technischen Mindestanforderungen nach Deutscher Industrienorm entsprechen. Gleichzeitig gilt es, mögliche Lichtverschmutzung zu vermeiden, damit beispielsweise Tiere, Vögel und Insekten nicht unnötig gestört werden. Ein entsprechendes Design der Leuchten sowie Bewegungsmelder, Zeitschalter und ähnliche Mittel helfen ebenfalls dabei, die Lichtverschmutzung zu reduzieren, ohne die Sicherheit beim Nutzen des Parkplatzes einzuschränken.
  • Ein weiterer Punkt ist der Energieverbrauch für die Beleuchtung. Durch den Einsatz von LED-Leuchtmitteln lässt sich dieser deutlich verringern. Solarpanels liefern im Idealfall sauberen Strom für den Betrieb von Lampen und Laternen.

Mobilität

Der Punkt „Mobilität“ kann im Zusammenhang mit der nachhaltigen Gestaltung von Parkplätzen etwas weiter definiert werden. Damit umfasst er nicht nur unterschiedliche Mobilitätsformen, sondern zugleich die körperliche Mobilität der Nutzer, im Sinne von Beweglichkeit. Konkret bedeutet das:

  • Ausstattung und Platzbedarf für nachhaltige Formen der Fortbewegung (Fahrrad, E-Bike, Lastenrad, E-Auto) sollten eingeplant werden. Dazu gehören etwa Fahrradständer oder andere Abstellmöglichkeiten, Ladesäulen für E-Mobilität etc.
  • Nachhaltigkeit beinhaltet neben ökologischen und ökonomischen Aspekten eine soziale Dimension. Die Parkplatzgestaltung darf deshalb die Bedürfnisse der Menschen – über die Suche nach einem Stellplatz für ihr Fahrzeug hinaus – nicht vernachlässigen. In diesem Zusammenhang ist Barrierefreiheit ein wichtiger Punkt, um einen Parkplatz für alle Nutzer uneingeschränkt zugänglich zu machen.





Parkplatz unter Bäumen

Zahlreiche Möglichkeiten für eine nachhaltige Parkplatzgestaltung

Ein Leitfaden der luxemburgischen Regierung (von der Administration des Eaux et Forêts) zeigt die vielen Ansatzpunkte, die es bei der naturnahen Anlage von Parkplätzen gibt: Flächenverbrauch, Versiegelung, Landschaftsbild, Lebensräume und Kosten sind allesamt grundsätzliche Aspekte, die in die Planung einfließen müssen.

Für die konkrete Umsetzung spielen weiterhin die ausgewählten Materialien sowie die Bauweise eine wichtige Rolle. Sie sollen dazu beitragen, fließende Übergänge zwischen Verkehrs- und Vegetationsflächen zu schaffen. Eine bauliche Trennung – durch Bordsteine oder ähnliche Mittel – ist laut Leitfaden nicht vorgesehen. Für beide Bereiche werden stattdessen die gleichen Substrate verwendet.

Auch bei der Bepflanzung wird eine andere Herangehensweise verfolgt, denn Anpflanzungen im eigentlichen Sinne sind prinzipiell die Ausnahme. Sie beschränken sich auf Bäume und Hecken als gliedernde Elemente. Stattdessen soll eine natürliche Krautvegetation entstehen, ohne Ansaat und Pflanzung.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Form der naturnahen und nachhaltigen Parkplatzgestaltung ist die Aufklärungsarbeit. Immerhin erfolgt die Umsetzung weitgehend ohne gestalterische Eingriffe. Zudem wird der Pflegeaufwand (etwa das Mähen) auf ein notwendiges Minimum reduziert. Dieses Vorgehen muss den Nutzern jedoch erklärt und die Vorteile aufgezeigt werden (ökologische Aufwertung, Eingliederung des Parkplatzes in die Landschaft, geringere Kosten etc.). Der Leitfaden demonstriert aber in jedem Fall deutlich, welche verschiedenen Möglichkeiten bestehen, um Parkanlagen nachhaltiger zu machen.






Quellen:
Administration des Eaux et Forêts (Service de la Conservation de la Nature): Leitfaden – Naturnahe Anlage und Pflege von Parkplätzen
https://environnement.public.lu/dam-assets/fr/conserv_nature/publications/naturnahe_anlage_parkplaetzen/Brochure_naturnahe_anlage_parkplaetzen.pdf
Dega-Galabau. Das Magazin für den Garten- und Landschaftsbau: Grundlagen für die nachhaltige Gestaltung von Großparkplätzen
https://www.dega-galabau.de/Themen/Projekt-Gestaltung/Grundlagen-fuer-die-nachhaltige-Gestaltung-von-Grossparkplaetzen,QUlEPTY2MzAxMjcmTUlEPTE2NDk0Ng.html
Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz GALK e.V.: GALK Straßenbaumliste (Arbeitskreis Stadtbäume)
https://strassenbaumliste.galk.de
Internationales Verkehrswesen. Das technisch-wissenschaftliche Fachmagazin: Vom Parkhaus zum nachhaltig smarten „Mehrzweckhaus“
https://www.internationales-verkehrswesen.de/smartes-parkhaus/
DGNB e.V.: Parkhäuser
https://www.dgnb-system.de/de/gebaeude/parkhaeuser/index.php
Agora Verkehrswende: Parkraummanagement lohnt sich! Leitfaden für Kommunikation und Verwaltungspraxis
https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2017/Parkraummanagement/Parkraummanagemet-lohnt-sich_Agora-Verkehrswende_web.pdf
Umweltbundesamt: Parkraummanagement für eine nachhaltige urbane Mobilität in der Stadt für Morgen
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/uba_broschuere_parkraummanagement_0.pdf
ADAC: Dauerthema Parken: Kommunen müssen mehr Verantwortung übernehmen!
https://www.adac.de/der-adac/regionalclubs/nrw/nrw-kolumne-parken/




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