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Wie das steigende Bevölkerungswachstum unsere Lebensräume verändern wird

Es ist ein Phänomen, das wir nicht erst seit der Einwanderungswelle 2015 kennen: Die deutsche Bevölkerung wächst schon seit vielen Jahren, und das stetig. Damit einhergehend ergeben sich ganz neue Anforderungen an das Zusammenleben. Gerade in den Ballungsräumen wird es langsam eng, neue Konzepte müssen her. Welche Herausforderungen aber auch Chancen die Bevölkerungsentwicklung vor allem für Städteplaner bereithält, das lesen Sie in diesem Artikel.

Problem Reurbanisierung: wachsende Städte in Deutschland

Deutschlands Städte boomen, davon kann jeder ein Lied singen, der schon einmal auf Wohnungssuche in einer der bekannten Metropolen war. Verzeichnete die Bundeshauptstadt Berlin 2015 beispielsweise noch knapp 3,5 Millionen Einwohner, werden es laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft 2030 schon 3,9 Millionen sein. Das ist ein Bevölkerungszuwachs von mehr als 400.000 Bewohnern innerhalb von nur 15 Jahren. Auch in anderen deutschen Großstädten sieht es nicht viel besser aus: Während die ländlichen Regionen immer stärker mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen haben, platzen die Ballungszentren aus allen Nähten – Reurbanisierung, also der Trend zum Zuzug in die Städte, ist hier das Stichwort.

Wohin mit all den Menschen?

Die Folgen der sich abzeichnenden Urbanisierung sind vielfältig: Durch die immer stärker bevölkerten Städte kommt es zu zahlreichen neuen Herausforderungen in den Ballungszentren, denen sich Stadtplaner stellen müssen:

  • Wohnungsnot: Experten sind sich einig, die Wohnungsnot ist in deutschen Städten längst angekommen. Gründe dafür gibt es viele. Nicht nur junge Menschen zieht es wegen attraktiver Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in die Stadt, auch Ältere profitieren von der meist besseren Grundversorgung, beispielsweise bei der Wahl von Ärzten. Die Folge: ländliche Gegenden veröden, die Investitionen dort sinken, die Landflucht nimmt noch weiter zu. Ein Kreislauf, der sich nur schwer durchbrechen lässt.
    Doch selbst bei Stabilisierung ländlicher Gegenden wird die Wohnungsnot mittelfristig nicht kleiner, neue Wohnkonzepte und Bebauungspläne sind hier der einzige Ausweg.
  • Spaltung der Gesellschaft: Ein weiteres Phänomen, das mit wachsenden Städten und steigender Wohnungsnot einhergeht, ist die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Schon heute können es sich Familien oder geringer Verdienende kaum leisten, direkt in der Stadt zu wohnen. Sie siedeln sich stattdessen in Randbezirken an und müssen oft lange Wege zur Arbeit oder Ausbildung in Kauf nehmen. Natürlich ist die Situation in unseren Städten noch lange nicht mit der in anderen internationalen Städten vergleichbar, beispielsweise in den Banlieues, den Außenbezirken von Paris oder den Favelas in Rio de Janeiro. Dennoch ist die Spaltung der städtischen Bevölkerung auch bei uns ein Thema, um das sich Verantwortliche in Zukunft kümmern müssen.
  • Zufriedenheit der Bevölkerung: Ein wesentlicher Punkt, der mit der Überbevölkerung unserer Städte einhergeht ist die wachsende Unzufriedenheit ihrer Bewohner. Enge, laute Städte, steigende Mietpreise, weite Arbeitswege, Smog, all diese Faktoren machen das Leben in der Stadt nicht lebenswerter. Dabei kann mit der richtigen Planung gerade in Puncto Lebensqualität viel erreicht werden.
  • Mobilität: Wächst eine Stadt, wird auch der Weg von einem Punkt zum anderen zwangsweise länger. Umso wichtiger ist es, die Stadt der Zukunft mobil zu gestalten. Gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetze sind dafür schon heute unumgänglich, in vielen großen Städten gibt es hier noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Auch neue Ansätze wie Car Sharing und das Zukunftsthema autonomes Fahren sind wichtige Schritte hin zu mehr Mobilität in unseren Metropolen.
  • Ökologie: Einhergehend mit der wachsenden Bevölkerungsdichte in deutschen Städten spielt die ökologische Komponente eine immer wichtigere Rolle. Nur wenn Smog und auch Lärm in Zukunft nicht mehr selbstverständlicher Teil einer Großstadt sind, kann das gesunde Zusammenleben dort funktionieren. Green Cities ist hier ein entscheidendes Schlagwort für die Städteplanung.

Einziger Ausweg: neue Lebensräume schaffen

All diese Punkte zeigen, welch große Herausforderungen auf die Städteplaner der Zukunft warten. Doch es sind nicht nur Probleme, die gelöst werden müssen, vielmehr kann man die neuen Anforderungen als Chance begreifen. Ansätze dafür gibt es zahlreiche. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige der interessantesten Modelle für die Stadt der Zukunft kurz vorstellen.

  1. Nach oben statt in die Breite: Ein erster Schritt hin zu mehr Platz auf kleinem Raum sind Hochhäuser. Städte wie New York City machen es vor, Wolkenkratzer sind dort schon seit vielen Jahrzehnten selbstverständlich. Und auch in deutschen Städten kann man durch gut geplante Hochhäuser Platz sparen. Wichtig dabei: die so entstehenden Lebensräume müssen für die Bewohner attraktiv bleiben, schnell hochgezogene Plattenbauten sind daher keine Lösung, neue Architekturkonzepte müssen her.
  2. Smart Cities: Auf kleinem Raum funktioniert das Thema smart schon sehr gut, denkt man nur an Smart Homes mit sich automatisch einschaltenden Alarmanlagen etc. Doch auch für Städte kann smart ein Ausweg sein, beispielsweise im Bezug auf Mobilität.
  3. Altersgerecht bauen: Wie oben bereits erwähnt, werden Städte auch für ältere Bürger zunehmend attraktiver. Damit auch sie in der Stadt der Zukunft leben können, wird Barrierefreiheit eine wichtige Rolle bei der Städteplanung spielen.
  4. Kollektive Wohnformen: Ein weiterer wichtiger Aspekt, wenn man sich die Zusammensetzung der städtischen Bevölkerung in Zukunft ansieht, ist der Bereich Einsamkeit versus Begegnung. Nicht nur alte Menschen profitieren von einem attraktiven Miteinander mit Anderen, auch junge Menschen können viel von der älteren Generation lernen. In manchen Städten haben sich deshalb bereits so genannte kollektive Wohnformen ergeben, in denen Alt und Jung harmonisch zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen. Wichtig, um solche Lebensformen in Zukunft zu stärken: bei der Stadtplanung muss explizit auf geeigneten, flexiblen Wohnraum für diese Projekte geachtet werden.
  5. Urban Gardening: Bereits heute ein Trend in mancher deutschen Großstadt, könnte
    Urban Gardening (Link Ratgeber Zukunftsfähig und nachhaltig: die grüne Stadt) in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Nicht nur dass zahlreiche Studien beweisen, wie wichtig Grünflächen für Städter sind, auch das Problem der Ernährung kann so in den Griff zu bekommen sein. Wichtig dafür ist, dass genügend Platz für solche Projekte zur Verfügung steht, beispielsweise auf Flachdächern oder in Zwischengeschossen von großen Wohnhäusern.
  6. Raum für alternative Wohnkonzepte: Kreativ und dynamisch, das ist die Stadt von morgen. Daran müssen sich auch Städteplaner gewöhnen. Neue Lebensräume wie beispielsweise Tiny Houses sind nur der Anfang und geben wertvolle Impulse für die Wohnkonzepte der Zukunft.
  7. Co-Working und Co-Living: Aufgrund des begrenzten Platzangebots in den Städten sind Co-Working-Places schon heute beliebte Arbeitsmodelle. In diesen Gemeinschaftsbüros können auch kleine Unternehmen alle Vorteile der Stadt nutzen, ohne sich dabei schon bei der Miete völlig verausgaben zu müssen. Übertragbar ist dieses Konzept auch auf andere Lebensbereiche. Denn bei zunehmendem Platzmangel wird wohnbarer Raum immer mehr zum Luxusgut. Ein Problem, das man bei geschickter Kombination von Arbeiten und Wohnen lösen kann.

Stadt der Zukunft: Herausforderung und Chance in einem

Keine Frage, die Stadt der Zukunft stellt nicht nur an seine Bewohner, sondern auch an Architekten, Planer und Entwickler große Herausforderungen. Die Bedürfnisse der Bewohner verändern sich, neue Konzepte werden zwingend nötig. Doch daraus ergeben sich auch Chancen, die man nicht unterschätzen sollte. Denn egal, wie sich die Stadt der Zukunft entwickeln wird, die Optionen sind vielfältig und die Aussichten spannend.